Erkennen von Sprengfallen: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 21. Juli 2011, 16:03 Uhr

Einleitung

Dies ist eine kleine Anleitung zum Erkennen und Umgehen von versteckten Sprengfallen. Grundsätzlich sollte man sich von verminten Gebieten jedoch fernhalten.

Arten von Sprengfallen

Sprengfallen können in fast allen Formen und Farben vorkommen. Sie können klein genug sein, um in einer Zuckerdose versteckt zu sein und groß genug um einen Panzer umzukippen.
Sie bestehen gewöhnlich aus einem Auslöser, einer Initialladung und einer Hauptladung. Dazu kommt, besonders im Einsatz gegen weiche Ziele, eine Ladung mit metallischen Kleinteilen um eine Splitterwirkung zu erzielen.
Zuallererst, sollte man sich mit den Zündmechanismen vertraut machen:
Zünderarten:
Mechanisch

  • Druck: der Zünder reagiert auf Druck
  • Zug: der Zünder reagiert auf eine Zugkraft
  • Entlastung: der Zünder reagiert auf die wegnahme eines Drucks

Elektronisch

  • Fernzündung: Zündung über Kabel oder Funk
  • Erschütterung: der Zünder reagiert auf Bewegung (Quecksilberzünder)
  • Zeitzünder: Zündung nach voreingestellter Zeit
  • Andere: moderne Elektronik lässt zündung über Lichtschranken, Mikrofone oder anderes zu

Die Zünder reichen von modernen Hightechgeräten bis zu umgebauten Mausefallen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Erkennen von Sprengfallen

Eine Sprengfalle kann so ziemlich überall versteckt sein: im Fernseher, hinter der Tür, in der Teekanne oder unter der Türschwelle. Potentiell kann alles vermint werden. Im 2. Weltkrieg gab es sogar explodierende Schokoladentafeln.
Darum gilt: NICHT MEHR ANFASSEN ALS ZWINGEND NÖTIG! Besonders Gegenstände die gefunden werden wollen sind häufig vermint (z.B. Vorräte, Pornozeitschriften, Waffen,...). ALSO NICHTS ANFASSEN!
Wenn etwas angefasst werden muss, dann nur äußerst langsam und vorsichtig. Sollte man z.B. einen Widerstand (durch eine Schnur) bemerken sollte man schleunigst aufhören.
Zur Suche kann z.B. ein Zahnarztspiegel verwendet werden, mit dem man Ladungen und Zündvorrichtungen hinter leicht geöffneten Türen, Schränken oder Ecken endecken kann, ohne die Zündvorrichtung auszulösen.
Zu achten ist auf:

  • lose Kabel
  • gespannte Schnüre
  • durch Ortskundige gemiedene Orte
  • auffällige, chemische Gerüche
  • auffällige Gegenstände (z.B. Elektrogeräte mit losen/fehlenden Schrauben)

Sollte eine Sprengfalle gefunden werden, ist davon auszugehen, das noch weitere Ladungen vorhanden sind. Eine einzelne, offensichtliche Ladung könnte nur dazu dienen, das Ziel unaufmerksam zu machen.
Generell gilt: Eine Sprengladung kann überall sein, es gibt nie eine absolute Sicherheit.
Es ist immer besser auf Beute oder Komfort (verminte Sofas!) zu verzichten und dafür in einem Stück wiederzukommen!

Umgang mit Sprengfallen

Eine entdeckte Sprengfalle oder Mine sollte Grundsätzlich nicht entschärft werden. Oftmals sind sie durch weitere Ladungen und Zündvorrichtungen geschützt und explodieren bei einem Entschärfungsversuch.
Folgende Regeln:

  • immer Sicherheitsabstand einhalten (besonders bei Ferngezündeten)
  • Falle/Mine gut sichtbar markieren
  • im Notfall durch angelegte Ladung oder über Wurfanker sprengen (Sicherheitsabstand!)
  • entschärfen nur wenn zwingend nötig (vorher 110% über die Mine und alles angeschlossene sicher sein!)

weiterführende Literatur

US Army Field Manual 5-31: Boobytraps (vermutlich das beste Werk über Sprengfallen; nicht offiziel zum Herunterladen verfügbar, kann jedoch in Kurt Saxons "Poor man's James Bond 3" gefunden werden)